Hallo ihr Lieben,
frohe Ostern euch allen!
Miserables Timing, heute mit dem Karfreitagsthema Kreuz anzukommen – aber eher habe ich es nicht geschafft. Dieser Singkurs ist ein Vollzeitjob. Macht aber Spaß. Mir jedenfalls.
Und gestern, während diese Knotenfilme am Zaun meines Nachbarn Otto friedlich hochluden (mehrfach, weil YouTube dann immer beschloss, länger als 15 Minuten, das sei denn doch zu viel), hat gleich zweimal je ein wohlmeinender Mensch mein Handy dort eingesammelt und irgendwohin gebracht, und ich musste es dann suchen. Spät abends kam eine Mail von Otto (ich lasse mein Handy meine Mailadresse anzeigen mit dem Satz: „Wenn gefunden, bitte da Bescheid sagen“), er hätte da ein Handy an die Tür gebracht bekommen…. – und da ging es natürlich nicht mehr, den Blogbeitrag noch zu posten. Und heute vormittag bin ich dann wieder FilmAufnehmen gegangen, das dauert auch IMMER länger, als man so denkt. Noch dazu kamen auf der ultimativ einsamen Wiese, wo GARANTIERT keine Touristen lang kommen, weil man weder mit Auto noch mit Fahrrad da hinfahren kann, und zu Fuß und mit dem Trecker gehts, dann plötzlich zwei Leutchen auf dem Quad angeknattert. Das geht natürlich auch, aber wer rechnet mit so was? Ich stand da singend und gitarrespielend (ja, es darf gelacht werden) mit lose herumliegender Plastiklunge, Gummibändern, Salzpäckchen und Picknicksachen im Grünen, da fingen die an, da Nebengeräusche zu machen. Wir verständigten uns aber schnell. Sie waren auch davon ausgegangen, dass man da heute garantiert keinen träfe, wollten aber nur einmal den Fluss begucken und fuhren dann wieder. Wir sind im Emsland. Die ultimativen Sehenswürdigkeiten für junge Leute sind… Flüsse. Zumindest für die, die das für den Bau des Napoleondamms extra 200 m versetzte Hünengrab schon gesehen haben.
(„Wenn ich ein Haus im Grünen hab,
dann will ich auch ein Hünengrab“, sollen die ersten Moor-Trockenleger schon gemurmelt haben, als sie sich hier niederließen.)
Jetzt aber zum Zeichnen: Mit dem bisherigen Vorwissen kann man nun anfangen, die beiden Knotenformen miteinander zu kombinieren, indem jeder Arm des Viererknotens am Ende mit einem Dreierknoten verziert wird, was eine schöne Kreuzform ergibt.
Ich musste den Film wie gesagt teilen zum Hochladen. War zu lang diesmal.
Nutzt das ganze so, wie es für euch passt. Entweder von wichtiger Stelle zu wichtiger Stelle springen und mein Gequassel ignorieren – oder meditativ versunken parallel mitzeichnen. Oder was auch immer.
Teil 1:
Teil 2:
Hier, passend zum Karsamstag und als Appetithäppchen aufs Singen, noch etwas, das ich gestern entdeckt habe: Delphine Galou. Wie sie „Erbarme dich“ aus der Matthäus-Passion singt, das finde ich wundervoll.
Der Filmemacher hatte aber offenbar Angst, man würde sich langweilen, bloß mit Bach und grandiosen MusikerInnen, und hat noch viel Zusatzkunst reingebaut.
Und wer eher nicht so „klassisch“ unterwegs ist, mag vielleicht dies neue Lied von Robert Metcalf, wie Stipendiat der Celler Schule und, glaube ich, der einzige Nicht-Muttersprachler, der da je mitgemacht hat. Wie er als Engländer auf die deutsche Sprache draufgucken konnte und Schätze heben, die uns allen bis dahin entgangen waren, das hat mich beeindruckt. Wenn er für seine Programme als “Englishman in Berlin“ schreibt, tut er das aber auf Englisch, also auch hier.
Gerade habe ich eine gute Stunde mit Otto im Garten gesungen. Wanderlieder, Hamburger Veermaster, Bolle reiste jüngst zu Pfingsten – was man denn Ostern so singt. Und ich wurde spontan noch fürstlich verpflegt, weil sie das bei Maria und Klaus (den Nachbarn mit der Fleischerei) bestellte Festtagsmenü nicht geschafft haben. Wenn man bei Maria und Klaus für zwei Leute bestellt, kriegt man immer für mehr als vier. Nachdem ich dran war, war immer noch genug übrig, dass die beiden noch mindestens eine Mahlzeit davon haben.
Viele liebe Grüße und noch schöne Festtage!
Julia