Adventskalender 22

So, da haben wir nun einmal so eine Konjunktion am Himmel – und in Hamburg REGNET es! Und da ist zwar ein heller Schein zu sehen, Richtung Südwesten, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es Straßenlaternen sind, können wir als beliebig groß ansetzen.
Wäre das damals auch schon so gewesen, hätten Kaspar, Melchior und Balthasar ihren Weihrauch gleich zu Hause abgefackelt und sich für das Gold was Schönes gekauft. Aber sie kamen ja nicht aus Hamburg, zum Glück.
Die drei Weisen aus der Hansestadt – auch ein schöner Musicaltitel.

das Spinett

Heute haben Luisa und ich ein bisschen Musik gemacht und dann, als wir meinten, wir können die Lieder jetzt ein bisschen, haben wir das Spinett probehalber in die Wohnungstür gestellt, nur um zu sehen, ob es passt. Und weil es passte, wollten wir dann direkt ein bisschen im Treppenhaus singen (so dass die Nachbarn entscheiden konnten, ob sie die Türen aufmachen, die Türen zulassen oder die Polizei anrufen wollten. Dann haben wir durch die mit dem Spinett verbarrikadierte Tür nachträglich die Harfe durchgepfriemelt (ich habe diverse Freundinnen, die hätten das anders gelöst…) und Harfenhocker, Spinetthocker und Streichpsalter durchgereicht und losgelegt mit Bach/Gounods Ave Maria im herrlich hallenden Treppenhaus.
Wenn man so lange NICHT für Leute Musik macht, merkt man erst wieder, wie sehr es fehlt. Luisas direkte Nachbarn kamen gleich raus und sangen auch mit (JAAAAA, Fenster auf und viiieeel Abstand, natürlich!), und von unten kam Applaus, und zwei pudelbemützte Neugierige tapsten die Treppe rauf.
Wir haben noch genug Repertoire, falls wir morgen und übermorgen noch mal wollen.

Streichpsalter

Für euch zum Mitsingen: Maria durch ein Dornwald ging, nicht von uns gespielt, sondern wieder von Darko Pleli aus Wien, mit mitlaufendem Text.

Für die Rhythmuswilligen unter euch gibts noch mal eine ABC-Liste, diesmal vermutlich fremdwörterlastig: Aristokrat, intelektüll, Biographie, Chlorofonat (sagt Luisa) Zytologie, dokumentiert

A propos „Chlorofonat“: Wer ein bisschen spielen will, findet hier den Anleitungsfilm zu „Duden verboten!“
Auf solche Spiele fliege ich aus zwei Gründen: erstens habe ich von früher Jugend an mit Luisa immer Nomina (wie Scrabble, nur anders) gespielt mit der so nicht im gedruckten Beiheft stehenden Regel, dass Wörter, die NICHT im Duden stehen, unbedingt zu bevorzugen sind – wenn man sie denn plausibel erklären kann.
Und die schönsten Momente waren immer die, wenn eine tief einatmete und sagte: „Alllllllso, ich muss dir was erklären. Stell dir vor, es gibt einen ….., und wenn der dann ….., und dabei noch …., dann wäre das doch einwandfrei ein ….. – oder?“
Und zweitens hat eine meiner ersten Schreibkursleiterinnen, Elisabeth Kuhs, uns auch solche wilden Aufgaben gegeben. Unerhörtes so zu verwenden, als sei es bekannt, und es dadurch verständlich zu machen. Daher stammt z.B.

oder auch diese in einer halbverfallenen Höhle in Judäa gefundene zweite Staffel der zehn Gebote, die aufgrund des noch nicht völlig genau übersetzbaren alt-aramäischen Dialekts, in dem die Anordnungen im Original verfasst sind, eindeutig leichter zu befolgen ist als die erste Staffel:

Und genau das möchte ich euch nun für die kommenden Vorweihnachts- und Feiertage ans Herz legen. Bradelt möglichst wenig und flünst nur, wenn ihr müsst, und am besten im Keller.

Ich wünsche euch einen trilligen Klomp!
Allermurwigste Grüße
Julia

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