Nasenklappe und tiefer Brunnen – zwei Enden des schwingenden Systems

Hallo ihr Lieben,
da wurde es plötzlich kalt beim Aufnehmen – man kann nicht alles haben. Es war schließlich erst März.

Wenn ihr jetzt im Prinzip fühlt, wie das geht mit dieser Dehnung, diesem endlosen sanften Zug durch alle Muskeln, die am Singen beteiligt sind, ist es an der Zeit, sich ein paar besonders wichtige Punkte in dieser schwingenden Linie bewusst zu machen, bis zu denen die Dehnung MINDESTENS gehen muss, um überhaupt Auswirkungen auf das Schwingen der Kehle zu haben.
Diese Punkte kann man zwar nicht sehen und benutzt sie zudem im Alltag meist nur unbewusst – aber man benutzt sie, KANN sie also ansteuern. Also sehe ich jetzt zu, dass ich euch die in diesem Film so klar ins Gefühl bringe, dass ihr sie nachher auch ganz bewusst und geplant einsetzen könnt, wann immer ihr hört, dass der Klang blass oder eng wird.

Auch dies ist ein total zentraler Punkt, um

  • locker in die Höhe zu kommen,
  • sich von Konsonanten nicht den Klang versauen zu lassen,
  • leuchtende Klangfarbe beizubehalten, trotz aller Hindernisse,
  • schwebend klare Intonation zu behalten u.v.a.m

Das leidige Sacken von Chören kommt ganz oft gar nicht von Nicht-Hinhören oder „Es sind halt Laien…“, sondern nur davon, dass die Nasenklappe schläft, also das Gaumensegel schlapp wird und dadurch die Kehle nicht mehr in Balance schweben kann. Dann ist der Klang weg, wir kompensieren panisch mit Druck – und voilà: der typische Laienchorklang ist fertig.

Und dabei braucht man nur das Gaumensegel und seinen Gegenspieler, den tiefen Brunnen, oder, um im maritimen Bild zu bleiben, den tief im Wasser liegenden Bootskiel (irgendwelche Muskeln unterm Zwerchfell oder so….) aufzuwecken.

Viel Spaß beim Gaumensegeln und Brunnenfinden!
Julia

P.S.: Passend noch ein Karaoke-Bonus mit herrlich weich bewegten Sprüngen: „Auf dem Wasser zu singen“ von Schubert

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