Chor-Einsingen: Das Zwerchfell-Trampolin

Hallo ihr Lieben,
Atem ist ja gerade ein großes Thema.
Hier zeige ich euch, wie ihr, sofern ihr nichts Bremsendes zwischen eurem Respirationstrakt und der Umgebungsluft anbringt, mit größter Leichtigkeit (dank der Muskelreflexe des Zwerchfells) einerseits immer wieder zu genügend Luft kommt, um die nächste Zeile zu überleben, und andererseits euer Gummibandsystem mit einem einzigen „Hopp“ immer wieder in die ideale Dehnung zum Weitersingen bringt. Ohne dass ihr je bewusst „atmen“ müsst. Der Körper ist ja zum Glück so eingerichtet, dass er das ohne unsere Aufsicht kann, sonst würden wir uns wahrscheinlich nicht trauen, je einzuschlafen.

Ist das eigentlich sichtbar, wie das hier immer gedacht ist? Den Link zum Film findet ihr jeden Tag sowohl oben ins Foto eingebaut als auch als ersten Punkt der Liste. Die Links hinter den weißen Unterpunkten sind optional – also NOCH optionaler als der erste Punkt sowieso schon.

Ich hoffe, euch optional hiermit Spaß gemacht zu haben.
Viele Grüße
Julia

Chor-Einsingen: bruchlose Klangfarben-/Registerwechsel

Hallo ihr Lieben!
Mit den bisherigen Kurstagen könnt ihr schon weite Teile eines gewöhnlichen Einsingens in den meisten Chören viel sinnvoller mitmachen als bisher, soweit meine These. Wenn ihr alle Einsingübungen nutzt, um bei jedem Ton und jeder Bewegung zu spüren, wie elastisch ihr gerade seid, dann werden sie dazu führen, dass ihr hinterher besser klingt und mehr Gefühl für eure Stimme habt als vorher. Und der auf diese Weise programmierte Autopilot wird euch auch durch die Stücke, die ihr danach probt, bei weniger Anstrengung und reicherem, strahlenderem Klang segeln lassen, ohne dass ihr nonstop drauf aufpassen müsst. Am Anfang ist noch mehr aktive Aufmerksamkeit nötig, nachher geht es euch immer mehr in Fleisch und Blut über.

Man kann also den heutigen Schritt auch mal auslassen an Probentagen, an denen Laut und Leise nicht so eine große Rolle spielen.
Es ist aber sehr sinnvoll, das, was ich hier erkläre, generell ins Gefühl zu kriegen, sonst ist bei Laienchören fast immer das Piano schwächlich und dünn und das Forte gedrückt und hart (und oft zu tief). Wollt ihr das?
Dabei ist es so leicht, die Begriffe piano (=sanft) und forte (=kraftvoll) einfach auf die Art des Zuges an eurem Gummibandsystem anzuwenden und (statt entweder zu bibbern oder zu röhren) ab sofort wahlweise sanft oder kraftvoll zu dehnen.
Schon schwebt das Piano, schon wird das Forte voll und warm.
Wie das geht, zeige ich euch im heutigen Film.

Ich wünsche euch wonnevolles Ausprobieren!
Viele Grüße
Julia

Chor-Einsingen: Körperklang – der tiefe Brunnen

Hallo ihr Lieben!

Hier kommt die Ankündigung für den angekündigten
Harmonie!-Kurs an vier Klavieren in vier Ecken der Welt.
Schon angemeldet: Emsbüren, München, Hamburg.
Ein Platz wäre noch frei.
Was wir vorhaben: Das eigene Gefühl für harmonische Zusammenhänge schärfen und das Gehörte am eigenen Klavier sofort ausprobieren können. Wir fangen ganz grundlegend an mit Grundtonart und den allernächsten Verwandten. Schon damit kann man stunden- und tagelang Musik machen. Ohne Noten. Und womöglich irgend etwas zum Ausdruck bringen, das ausgedrückt gehört. Oder spontan eine Melodie erfinden. Oder eine zweite und dritte Stimme zu etwas. Eine Liedbegleitung. Einen Kanon. Eine Gruppenimprovisation – was auch immer. Sobald wir die ersten Grundbegriffe der musikalischen Grammatik verinnerlicht haben, können wir anfangen, zu sprechen. Sätze zu bilden, die uns eben nicht jemand vorgekaut und in kleinen schwarzen Köttelchen aufs Papier gesch…rieben hat, sondern frei zu reden, sozusagen.
Das war für mich eine großartige Entdeckung, dass das geht und was man damit alles so machen kann, auch ohne Jazzklavierkanone zu sein.
Voraussetzung: Computer/Handy mit Kamera und Mikro, brauchbares Internet, eigenes Klavier, die Fähigkeit, auf Zuruf „E-Dur“ die dazugehörigen Töne zu finden und spielen zu können. Im Idealfall sogar in mehreren Lagen. Zumindest die Tonarten von 3b bis 3#. (Wem das nichts sagt, der kann bei mir die Einsteiger-Variante des Kurses anfordern, dann fangen wir im nächsten Kurs bei Null an, das macht auch Spaß.)

Kursbeitrag: Bei zwei TN: 120,- €, bei drei TN 100,- € p.P. für vier Donnerstag-Abende 20:00 – 21:00 Uhr, Beginn 22.4.2021, über Zoom, Jamulus o.ä.
Zum Anmelden einfach auf diese Mail antworten.

Jetzt aber zum Singkurs.
Gut, dass Urte es gemerkt hat, dass der kurze, aber wichtige Teil mit dem Zugang zum „tiefen Brunnen“ fehlt! Und anscheinend habe ich den Abschnitt beim Filmen glatt vergessen. Weil ich am einen Tag das Eine gefilmt habe und am nächsten nicht mehr wusste, wo ich aufgehört hatte. Und Planen und ein Drehbuch haben, das ist ja was für Schattenparker….
Was für ein Glück also, dass ich es ja nie lassen kann zu erklären, so nehme ich jetzt einfach den Ausschnitt aus dem Gesamtdurchlauf, wo ich unbedingt noch mal beschreiben musste, wie das geht, und füge ihn hier ein. Wenn ihr dann in einer Woche ein Déja vu habt, heißt das nicht, dass ihr spinnt, sondern nur, dass ihr gut aufgepasst habt. 😄

Völlig ohne inhaltlichen Zusammenhang einfach nur, weil sie mich entzücken, häng ich euch hier noch zwei kleine Kostbarkeiten an:
Wenn ich ein Vöglein wär mit zwei bezaubernden jungen Mädchen an Barockgeige, böhmischer Hakenharfe und Stimmen.
Und Purcells „Dido’s Lament“ mit Annie Lennox und den London City Voices als virtuellem Chor – ich find’s großartig.
Ein kleiner Ausblick, wozu es sich lohnen kann, der eigenen Stimme Auslauf und Training zu verschaffen.

Viele liebe Grüße aus Nachträglich-Reinbastel-Nachtschicht in Katzenhausen
Julia

Chor-Einsingen – Die verflixten Konsonanten

Hallo ihr Lieben!
Jetzt haben mich doch direkt vier von euch beruhigt, dass der Kurs nicht völlig ins Leere fällt. Wie schön. Und Urte hat sogar schon auf einen anscheinend fehlenden Filmteil hingewiesen, den ich jetzt mal suchen gehen muss.

Wenn gestern Vokale dran waren, ist ja klar, dass nun auch noch Konsonanten mitspielen dürfen. Der große allumfassende Kurs über Sprache im Gesang ist es noch nicht geworden, der ist noch in der Pipeline mit diversen lustigen Übungsliedern im Stil des Kleinen Hey, nur schlimmer.
Hier kommt erstmal ein Rundumschlag für den Überblick.

Viele liebe Grüße
Julia

Chor-Einsingen: Vokalwonne

Hallo ihr Lieben!
Ich bin gespannt zu hören, ob jemand von euch mitsingt und wie es geht – oder ob alle nur hoffen, dass diese tägliche Mailflut bald wieder endet und ich maximal alle vier Wochen was über Waffelnbacken im Emsland oder Vergleich verschiedener Antigentestfabrikate schreibe 😄.

Im Moment sitze ich im Dorfzentrum und hüte Katzen. Bis Freitag
Mein lehmverputztes Schlafzimmer ist übrigens urgemütlich geworden. Wenn ich auch noch eine weitere Schicht brauchen werde, weil der Putz sich anscheinend beim Trocknen zusammenzieht und dabei aus winzigen Schrammen millimeterbreite Krater macht, durch die die Wand weiß durchschimmert. Das geht so natürlich nicht. Aber die Schönheit so einer leicht ungleichmäßigen Lehmwand und die erdige Ruhe, die von ihr ausströmt – ich sehne mich dauernd nach diesem Schlafzimmer, wenn ich woanders bin. Trotz der Katzen.
Wie wird das erstmal, wenn ich ein ganzes Lehmhaus habe? Vermutlich besuche ich dann nie wieder jemanden für länger als zum Kaffeetrinken, baue dafür aber gleich drei Gästealkoven in die Wohnzimmerwände. So wie das in dem zauberhaften “großen Buch der Heinzelmännchen“ war, das ich als Kind vorwärts und rückwärts gelesen habe, vor allem wegen der Baubeschreibungen.

Für die Mitsinglustigen wird es heute um Vokale gehen. Und warum wir da oft meinen, A sei „schwierig“ oder I „klänge nicht“ (oder umgekehrt, je nach Vorliebe).
Meine Theorie: Das liegt immer nur daran, dass etwas nicht optimal geschmeidig ist. Alle Vokale, die mit einem selig schwingenden Muskelnetz gebildet werden, gehen leicht und klingen schön.
Beweist mir das Gegenteil.
Aber erst, nachdem ihr die heutige Übungseinheit mitgemacht habt, falls ihr dann immer noch davon überzeugt seid.

In der Katzenhütewohnung habe ich übrigens schnelles Internet. Für alle, die schon länger überlegen, sich eine Skype- oder Zoom-Gesangsstunde zu gönnen, ist das DIE Gelegenheit, vorausgesetzt ihr meldet euch schnell, denn ab Freitag ist wieder das wacklige Feriengebiet-Netz am Start. Zeit hab ich, hier gibts ja keine Lehmwände zu verputzen.

Viele liebe Grüße
Julia

Nasenklappe und tiefer Brunnen – zwei Enden des schwingenden Systems

Hallo ihr Lieben,
da wurde es plötzlich kalt beim Aufnehmen – man kann nicht alles haben. Es war schließlich erst März.

Wenn ihr jetzt im Prinzip fühlt, wie das geht mit dieser Dehnung, diesem endlosen sanften Zug durch alle Muskeln, die am Singen beteiligt sind, ist es an der Zeit, sich ein paar besonders wichtige Punkte in dieser schwingenden Linie bewusst zu machen, bis zu denen die Dehnung MINDESTENS gehen muss, um überhaupt Auswirkungen auf das Schwingen der Kehle zu haben.
Diese Punkte kann man zwar nicht sehen und benutzt sie zudem im Alltag meist nur unbewusst – aber man benutzt sie, KANN sie also ansteuern. Also sehe ich jetzt zu, dass ich euch die in diesem Film so klar ins Gefühl bringe, dass ihr sie nachher auch ganz bewusst und geplant einsetzen könnt, wann immer ihr hört, dass der Klang blass oder eng wird.

Auch dies ist ein total zentraler Punkt, um

  • locker in die Höhe zu kommen,
  • sich von Konsonanten nicht den Klang versauen zu lassen,
  • leuchtende Klangfarbe beizubehalten, trotz aller Hindernisse,
  • schwebend klare Intonation zu behalten u.v.a.m

Das leidige Sacken von Chören kommt ganz oft gar nicht von Nicht-Hinhören oder „Es sind halt Laien…“, sondern nur davon, dass die Nasenklappe schläft, also das Gaumensegel schlapp wird und dadurch die Kehle nicht mehr in Balance schweben kann. Dann ist der Klang weg, wir kompensieren panisch mit Druck – und voilà: der typische Laienchorklang ist fertig.

Und dabei braucht man nur das Gaumensegel und seinen Gegenspieler, den tiefen Brunnen, oder, um im maritimen Bild zu bleiben, den tief im Wasser liegenden Bootskiel (irgendwelche Muskeln unterm Zwerchfell oder so….) aufzuwecken.

Viel Spaß beim Gaumensegeln und Brunnenfinden!
Julia

P.S.: Passend noch ein Karaoke-Bonus mit herrlich weich bewegten Sprüngen: „Auf dem Wasser zu singen“ von Schubert

Chor-Einsingen: Verschiedene Bilder für die bewegte Dehnung

Hallo ihr Lieben!

Weil es so zentral ist, bleiben wir noch beim Thema: obere und untere Räume zu einer elastischen Einheit verbinden.
Und damit das nicht zu lebloser Gymnastik verkommt, sondern immer wieder frisch erfunden wird, für jede Tonhöhe, jede Klangfarbe, jede Lautstärke, jeden Vokal ganz neu, und vor allem für jede Bewegung zwischen zwei Klangfarben, zwei Tönen, zwei Vokalen, lasse ich mir immer wieder Bilder einfallen, die dieses Körpergefühl illustrieren und es euch leichter wiederfinden lassen.

Heute kommt also eine ganze Bildersammlung, die ihr für euch selbst oder euren Chor verwenden könnt, um in dieses dehnende, elastische, schwingfähige Körpergefühl hineinzufinden.

Hier ist der Film:
2c: Verschiedene Bilder für die bewegte Dehnung

Mit dieser großartigen Elastizität könnt ihr euch jetzt wieder in ein Stück werfen, zum Beispiel:
Praxisbonus Karaoke Moon river.

Von jedem Ton zu seinem Nachbarn ist es eine wohlig räkelnde Bewegung, die alle hunderttausend nicht aufschreibbaren Zustände dazwischen in ebenso strahlender Resonanz schwingen lässt wie euren Ausgangston. Wenn ihr hören könnt, dass das geklappt hat, garantiere ich euch, dass auch euer Zielton strahlende Resonanz hat.

Viel Freude am Schweben!
Julia

Chor-Einsingen: Wieso noch mal elastisch sein?

Hallo ihr Lieben,

war das zu spüren, diese Verbindung von Himmel und Erde, oberen und unteren Räumen?
Wenn nicht, keine Sorge, wir bleiben noch ein bisschen dran.
Heute erzähle ich euch was über das Warum und Wozu.
Für die praktische Anwendung sucht euch von den bisherigen Filmen den aus, den ihr am wichtigsten für euch fandet, und wiederholt ihn, als hättet ihr ihn noch nie gesehen.
Oder baut alles, was ihr verstanden habt, in eins der Bonus-Stücke ein.

Viele liebe Grüße
Julia

Jetzt wird aus oben und unten ein einziges bewegliches Instrument.

Seid gegrüßt!
Gestern war es kinderleicht, einfach noch mal das Finden der oberen Räume zu wiederholen, hoffe ich.
Dann wollen wir doch jetzt mal sehen, ob ihr das alles schon klar genug spürt, um jetzt beides gleichzeitig wahrzunehmen und miteinander zu verbinden:

Das alte Prinzip: Baustelle 1 bearbeiten, Baustelle 2 bearbeiten, und wenn beide leicht gehen, dann kombinieren.

Und wenn das hier klappt, dann fühlt sich Singen auf einmal sehr schön, kraftvoll und schwebend zugleich an, und braucht von jetzt auf gleich viel weniger Ackerei, klingt dafür aber viel besser.

Macht euch keine Sorgen, wenn es erstmal nur punktuell klappt und sofort wieder verloren geht, sobald ihr das auf Text oder mit komplexen Melodien ausprobiert. Zu souveränem Umgang mit immer gemeineren Hindernissen kommen wir später.

Dies hier ist vermutlich DER zentrale Punkt mit dem größten Einfluss darauf, ob eure Stimme „nett“ oder strahlend und schön klingt. Wenn ihr dieses lebendig schwingende Muskelsystem zur Verfügung stellt, in dem die Kehle frei schwingen kann, DANN kann man im Klang hören, was für ein wundervoller Mensch da singt. (Ja, du. Wer sonst?)
In einem schlappen oder steifen Muskelnetz hat die Kehle keine Chance, die zauberhafte Schwingung in die Welt zu bringen, die eure Persönlichkeit zum Ausdruck bringen würde.

Wenn ihr also einen Tag des Kurses überspringen wollt oder müsst, überspringt nicht gerade diesen.

Viele Grüße
Julia

Chor-Einsingen: Resonanz oben (Wiederholung)

Hallihallo!
Damit wir nicht zu schnell voranpreschen und weil es so wichtig ist, kommt hier noch mal eine kleine Einheit zu den oberen Resonanzen.
Wer das nicht wiederholen will, hat heute frei oder singt den Kanon. Oder The Rose. (MIT oberen Resonanzen, na logisch!)

Die Bonus-Kanons sind alle aus meinem Heft „Stimmbildungskanons für Chöre„, hatte ich das schon geschrieben?
Dafür habe ich sie nicht nur trocken eingespielt, sondern auch immer mit ein paar Erklärungen garniert. Ich kann nicht anders ….

Wenn ihr euch das anseht, kann es also sein, dass ihr NOCH mal Ähnliches erläutert bekommt wie gestern und heute.
Manchmal hilft das, weil man durch eine andere Fromulierung oder eine hilfreiche Geste plötzlich versteht, wie es sich anfühlt. Manchmal ist es überflüssig, dann kann man es im Video zum Glück überspringen, ohne sich unhöflich vorzukommen.

Viele liebe Grüße und viel Spaß!
Julia

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