Rosenmontag – Inzidenzing Queen…

Hallo ihr Lieben,

es kamen schon Anfragen, ob es mich noch gebe 🙂
Ja doch! Ich habe die letzten Wochen einen großen Haufen Beerdigungslieder geschrieben und hätte nie gedacht, dass das so eine beglückende Aufgabe ist!
Von dem Coaching, in dem man lernen kann, die eigenen inneren Bodyguards und Saboteure niederzuringen, umzuschulen oder vorübergehend in den Besenschrank zu sperren, hatte ich ja erzählt, oder? Den Kurs mach ich jetzt seit fünf oder so Wochen, und es tut sich einiges. Unter anderem eben, dass ich gemerkt habe, dass die Stimme, die in meinem Hirn mit schönster Regelmäßigkeit und profundem Basstimbre sagte: „Das wird NIE was, lass es lieber, kein Mensch wird es lesen wollen! Außerdem MACHT man über so ein ernstes Thema keine Scherze!“, sowie ich auch nur in die Nähe von Zettel und Stift kam, dass also diese Stimme anders als vermutet gar nicht meine eigene ist, sondern Prof. Richter gehört! Also nicht dem ehemaligen Düsseldorfer Intendanten, sondern nur der richterlichen inneren Stimme (einer schlichten Überlebensstrategie des limbischen Systems, die vor dem Löwen hinterm Busch warnen soll), die man mal irgendwann irrtümlich als Wahrheitsquell akzeptiert hat, und die sich seitdem mit falschen Doktor- und Professor-Titeln legitimiert, aufbläst und ihre Macht zementiert. Und halt immer mal sagt: „Lass das, du schaffst das sowieso nicht, und die Welt ist besser dran, wenn du es nicht versuchst. Was du vorhast, ist vermutlich ein Löwe hinterm Busch.“


Diese Entdeckung fiel zeitlich zusammen mit dem ersatzweise online stattfindenden Beerdigungslieder-Songcamp (dem ersten Songcamp meiner Laufbahn), und das führte dazu, dass ich gleich als erstes Beerdigungslied mal ganz renitent und fröhlich kichernd „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ neu vertextet habe. Und als daraufhin kein Blitzschlag aus heiterem Himmel erfolgte, habe ich absolut beflügelt weitergemacht und jetzt 16 Texte zum Thema verfasst, zwei davon auch mit Musik dazu, und sie heute nacht um halb zwei eingereicht, denn heute geht die Auswahl der Lieder los, die letztendlich abgedruckt werden.
(Ja, auch Bolle hab ich eingereicht. Ehre, wem Ehre gebührt!)
Es ist unglaublich schön, wenn die kreative Quelle auch außerhalb von Kursen und Gruppen wieder so ins Sprudeln kommt. Und das Thema ist ja auch irgendwie dran im Moment.

Und Schneespaziergänge mussten natürlich sein in den letzten Tagen! Eine Wonne. Man konnte sogar draußen auf einem Bänkchen am Fluss sitzen und dichten, während die Eisschollen wie große Glasglocken aneinanderklingelten oder auch mal -krachten, und Wildgänse und Rotkehlchen um die Wette rabatzten.

Und währenddessen waren auch unsere lieben Landesväter und Bundesmütter nicht untätig in ihrem Bestreben, uns vor allem Risiko zu schützen: Mit dem neuesten Beschluss der KaMin-Kungelrunde (Kanzlerin/Ministerpräsidenten) ist mein nächster Kurs, den ich Ende des Monats hätte mit leiten dürfen, auch hin. Musikalische Grundlagen für angehende Tanzlehrerinnen.
Denn 35 ist das neue 50!
Und wir dürfen schließlich auch das Erreichte nicht gefährden.

Ich sags euch: Sie hören nicht auf. Egal, wie weit die Zahlen fallen. Wiehler hat jetzt schon gesagt, eine Inzidenz von zehn wäre doch auch schön. Merkel sagt, eine andere Zahl als 35 werde es „jetzt“ nicht geben. Hört ihr die Nachtigall in holländischen Holzgaloschen über elektronisch verstärkte Bühnenbretter trapsen?
War da nicht mal was mit „Wir müssen NUR das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch bewahren!“?
Das hat doch gut geklappt, einige Ärztinnen und Ärzte mussten 2020 sogar in Kurzarbeit und etliche Krankenhäuser konnten geschlossen werden, weil sie sich nicht rentierten. Nicht mehr flächendeckender Zusammenbruch als gewöhnlich.

Vor einem Jahr hätte kaum jemand von uns gewusst, was „Inzidenzwert“ überhaupt heißt.
Das Lustige: Ich glaube, es weiß immer noch kaum jemand.
Wikipedia soll angeblich in den naturwissenschaftlichen Sparten noch ganz verlässlich sein. Dort findet sich:

Inzidenz (Epidemiologie)
In der Epidemiologie und medizinischen Statistik bezeichnet Inzidenz (von lateinisch incidere ‚vorfallen, sich ereignen‘) die Häufigkeit von Ereignissen – insbesondere von neu auftretenden Krankheitsfällen – innerhalb einer Zeitspanne und Personengruppe.“

https://wikipedia.de

Hier haben wir gleich zwei Dinge, die nicht dazu passen, was im Moment öffentlich mit dem Begriff gemacht wird: „neu auftretend“ und “Krankheitsfälle“.

1) „Krankheitsfälle“ werden bei uns nicht gesondert erfasst, ein positiver PCR-Test reicht, um in den offiziellen „Inzidenzwert“ eingerechnet zu werden. Allein dadurch ist er laut Definition kein Inzidenzwert und sagt nicht das, was behauptet wird.
Unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Es gibt einen Anteil falsch positiver Tests.
  • Und selbst wenn der Test Virusmaterial findet, heißt das nicht, dass es intakt ist oder genug, um jemanden anzustecken. Laut Mitautor des Corman-Drosten-Papers und Hersteller des Drosten-Tests Olfert Landt kann der Anteil nicht infektiöser an den Positivtesten bei 50% liegen. Sagt der Hersteller. Der damit Geld verdient, und nicht zu knapp, und kein Interesse daran hat, das Ding schlechtzureden. Andere Sachverständige gehen noch viel weiter, aber das sind Verschwörungstheoretiker.
Fuldaer Zeitung, abgerufen am 4.1.21
  • Der Test sucht und findet keine Viren, sondern einzelne Genschnipsel, Proteinfragmente aus dem Erbgut DES Sars-CoV-2 Virus, und verdoppelt sie dann so lange, bis entweder was zu sehen ist oder nicht.
    • Verdoppelt man das Gefundene 25 mal, werden aus einem einzelnen Genschnipsel 33.554.432, also dreiundreißigeinhalb Millionen. Das ist schon viel. Deshalb sagen viele Wissenschaftler, wenn bis dahin noch nichts zu sehen war, reicht die Menge ziemlich sicher nicht aus, um jemanden anzustecken. Bloß werden diese Tests meist nicht standardisiert eingesetzt. Sehr oft wird 30, 35, 40 oder auch schon mal 45 mal verdoppelt. Aus einem Schnipsel werden dann
      • bei 30 Zyklen: gut eine Milliarde (1.073.741.824)
      • bei 35: gut 34 Milliarden (34.359.738.368)
      • bei 40: gut eine Billion (1.099.511.627.776)
      • bei 45: gut 35 Billionen (35.184.372.088.832) Schnipsel. Aus jedem einzelnen. Wenn ich mich nicht verrechnet habe.
    • Und zwar auch, wenn da nur ein Schnipsel im Labor rumflog und sich in die Petrischale verirrt hat, was mit steigender Probenanzahl pro Arbeitstag schon mal passierten kann.
  • Der Test ist nur für den Laborgebrauch und nicht zur Diagnose geeignet. Nur zur Bestätigung einer ärztlichen Diagnose. Steht auf dem Beipackzettel. Und sagte auch schon Cary Mullis, der als Erfinder des Verfahrens dafür mit dem Nobelpreis geehrt wurde und es wissen sollte. Oder auch das Schweizer Bundesamt für Gesundheit:
Stand Januar.
Das Dokument https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/coronavirus-covid-19/mb_covid-19_testung.html wird derzeit überarbeitet und dann wieder freigeschaltet.
  • Das Virus selbst ist ja, wie wir wissen, schon vielfach mutiert, wie Viren das eben so tun:
Das sind die bisher gefundenen Varianten und Mutationen des ursprünglichen Wuhan-Virus (Mitte der Grafik) weltweit. Aus einer Befragung von Dr. W. Wodarg im Corona-Ausschuss, Sitzung 37. Es scheint übrigens etliche Studien, zu geben, die zeigen, dass die britischen und südafrikanischen Varianten nicht dauerhaft infektiöser sind als die bisherigen. Die britischen Infektionsraten lagen mal kurz 6 % höher, dann fielen die Werte wieder ab.
  • Und jeder Test sucht einen anderen Erbgutschnipsel oder zwei oder drei. (Wenn der eine Schnipsel so markant ist wie das Fragment „Festgemauert in der Erden…“, sagt das u.U. mehr aus, als wenn ich zwei Fragmente suche, die „Es war einmal …“ und „…und lief in den finsteren Wald hinein“ entsprechen.) Der Test merkt nicht, ob es abgebrochene Schnipsel eines schon längst inaktiven Virus von der unbemerkt vor 6 Monaten überstandenen Infektion oder der Türklinke vom Bahnhofsklo war oder ein ganzes, das schon freudig mit Reproduktion in den Körperzellen beschäftigt ist.
  • Selbst wenn das gefundene Virusmaterial von intakten, vermehrungsfähigen Viren stammt, kann es sich um eine folgenlose Besiedelung der Schleimhäute handeln, die vom Immunsystem gut bewältigt wird. Die Schleimhäute sind mit den erstaunlichsten Dingen besiedelt, und die meisten davon machen gar nichts. Solange unser Immunsystem intakt ist und nicht durch Isolation, also fehlende Viren-Updates, Bewegungs- oder Vitaminmangel oder anderes an seiner Arbeit gehindert wird.
    • Oder es kann eine mäßige Virusvermehrung stattfinden, die vom Immunsystem gut bewältigt wird. Und das Immunsystem merkt sich so ca. 30-40 Merkmale der Eindringlinge, bildet Antikörper und T-Zellen und so, die so gut auf Zack sind, dass sie auch entfernte mehrfach mutierte Verwandte davon erkennen, die nur noch 18 oder 23 der Merkmale haben. 80 – 85% aller „Infizierten“ merken nichts davon oder haben nur ganz leichte Symptome. Wer nichts von einem Virus merkt, das er in sich trägt, gilt bei den meisten anderen Krankheiten als gesund, ist also nicht unbedingt ein Krankheitsfall. Die mit den leichten Symptomen könnte man, wenn man wollte, in den Inzidenzwert einrechnen.
    • Und dann gibt es noch die schweren Fälle und die mit Todesfolge. Von denen würde man selbstverständlich jeden neu aufgetretenen Fall in den Inzidenzwert einrechnen.
  • Die WHO hat, um das Kuddelmuddel nicht völlig überhand nehmen zu lassen und die Trefferquote zu erhöhen, am 20. Januar 2021 eine neue Richtlinie veröffentlicht, WIE dieser Test durchzuführen sei. Das würde streng genommen einen Großteil aller bisherigen Testergebnisse weltweit ungültig machen. Es sollen jetzt – neue Idee – die Beipackzettel bis zum Ende gelesen und zudem nur noch Tests als positiv gewertet werden, die 1) zu den von einem Arzt festgestellten Symptomen passen, 2) angeben, wie viele Vervielfältigungszyklen gemacht werden mussten, um das Proteinstück zu finden, und 3) im Fall eines positiven Ergebnisses durch einen zweiten Test auf ein anderes Fragment der Virus-RNA verifiziert werden – eigentlich Dinge, die einem der gesunde Menschenverstand schon sagen würde. Aber offensichtlich wurde das bisher vielfach anders gehandhabt. Hier ist die Richtlinie: https://www.who.int/news/item/20-01-2021-who-information-notice-for-ivd-users-2020-05
  • Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat in den USA gerade PCR-Tests von 200 Herstellerfirmen vom Markt genommen, weil sie sich als untauglich erwiesen haben. Also NOCH untauglicher als bisher bekannt. FDA-Veröffentlichung hier: https://www.fda.gov/medical-devices/coronavirus-covid-19-and-medical-devices/removal-lists-tests-should-no-longer-be-used-andor-distributed-covid-19-faqs-testing-sars-cov-2

Wir tappen schlicht ziemlich (um nicht zu sagen absolut) im Dunkeln, wie viele Krankheitsfälle wir eigentlich haben. Krankheitsfälle in dem Sinne des Wortes, wie wir sie bräuchten, um der Definition des Inzidenzwertes genügen zu können. Zumal ja auch immer mal mehr, mal weniger getestet wird, je nachdem, ob die Vorgabe gerade ist, möglichst alle zu finden, oder irgend was anderes.
Das zweite Problem in Bezug auf die Inzidenzwert-Definition ist:

2) „neu auftretend“ – wie viele Fälle NEU sind, wissen wir nicht, denn wenn ein positiv getesteter Mensch auf der Intensivstation jeden Tag wieder getestet wird, wird JEDES Testergebnis dieses selben Menschen wieder in diesen Wert eingerechnet. Wir haben also auch keinen Schimmer, wie viele der „neuen“ positiven Ergebnisse tatsächlich neu sind.

Kurz: Wir haben KEINE Ahnung, wie viele der getesteten Menschen krank oder auch nur ansteckend sind, und wie viele davon neue Ansteckungen sind.

Jeder der oben aufgelisteten Punkte einzeln würde es schon schwer machen, den „Inzidenzwert“ als Inzidenzwert zu bezeichnen. Ihn als Maßstab für reihenweises Einsperren gesunder, nicht ansteckender Menschen zu nehmen, ist ein bisschen zweifelhaft. Zumal es dafür eigentlich einen richterlichen Beschluss bräuchte, keinen Anruf vom Gesundheitsamt.
Trotzdem wird auf der Grundlage dieser reichlich aus der Luft gegriffenen Zahl u.a. beschlossen, ob nur Angela Merkel sich die Haare schneiden lassen darf oder ob auch Lehrerinnen das dürfen. Ob nur Herr Spahn in seinem Beruf arbeiten darf oder auch Köche. Ob nur Politiker zusammen in der Kantine am Tisch sitzen dürfen oder auch normale Menschen.
Mit dieser Zahl wird begründet, dass es o.k. ist, obwohl das Grundgesetz anderes vorsieht, Polizisten in Wohnungen zu schicken und bei „illegalen Kindergeburtstagen“ Grundschulkinder aus Badezimmerverstecken zu zerren. Dass es Sinn macht, Rodelbahnen polizeilich zu räumen. Oder das Demonstrationsrecht auszuhöhlen. Die auf ein Jahr befristete „epidemische Lage nationaler Tragweite“ demnächst zu entfristen, so dass weiterhin, ohne das Parlament unnötig zu bemühen, per Verordnung regiert werden kann. Und schlicht das ganze Land in einen dem Hausarrest bei aufsässigen Teenagern nicht unähnlichen Zustand zu bringen. Das war ja, um Weihnachten zu retten. Weihnachten 21, 22 oder wann?

Kommt das denn im Ernst nur mir komisch vor?
Ist die Angst, an diesem Virus zu sterben (statt an was anderem) tatsächlich so riesig, dass sich das alles richtig und verhältnismäßig anfühlt?

Die Begründung der ominösen Zahl 50 „Infizierte“ (also 50 warum und nach wievielen Verdopplungszyklen auch immer positiv getestete Menschen) pro 100.000 Leute in einer Gegend über sieben Tage – das ist übrigens genau die Zahl, die der offiziellen Definition einer „seltenen Erkrankung“ entspricht: fünf von zehntausend – die Begründung, warum es nicht mehr sein dürfen als die, war ja nicht etwa, „weil sonst Tante Anneliese stirbt“, sondern nur, dass erst DANN die Gesundheitsämter in der Lage seien, die Kontakte nachzuverfolgen.
Na, dann ist ja alles klar. Dass man in zehn Monaten des immergleichen Damoklesschwerts etwa die Gesundheitsämter personell hätte aufstocken können oder die Fax-Geräte durch was Schnelleres ersetzen, vielleicht Brieftauben, DIE Idee ist natürlich zu abwegig, klar. Oder zu teuer.
Jedenfalls teurer, als Finanzhilfen zu versprechen und dann nicht auszuzahlen.
Und wo kämen wir auch hin, wenn die Hilfen alle ausgezahlt würden? Wovon soll das Geld jemals wieder reinkommen, wenn die ganzen Betriebe pleite sind?

Und wenn die Zahl 50/100.000, die „seltene Erkrankung“, dem Sicherheitsbedürfnis der KaMin-Runde nicht mehr ausreicht (vielleicht, weil so viele Gesundheitsamtsmitarbeiter in Quarantäne sind und von zu Hause aus keinen Fällen hinterhertelefonieren können?), dann heißt es, komm, egal, machen wir 35, vorsichtshalber. Die sind jetzt alle dran gewöhnt. Die Kinder an prügelnde und schreiende Eltern, die Künstler an Sozialhilfe, die Boxclubbesitzerinnen an steigende Schuldenberge, und alle daran, ihren Großeltern WhatsApps zu schicken, statt sie in den Arm zu nehmen und abzuknutschen, was das Zeug hält, so lange man sie noch HAT.

Hm. Selbst wenn man der Meinung ist, dass das bisher verhältnismäßig war, weil wir ja eine Million Tote prophezeit bekommen hatten – WIE LANGE, meine Lieben, wird es noch verhältnismäßig sein für euren Geschmack? Welche wie begründete Zahl scheint euch einleuchtend? Und wie viele Jahre würdet ihr zu Hause bleiben, um sie zu erreichen?
Vor allem angesichts der Tatsache, dass man weltweit keine Korrelation zwischen Härte der Maßnahmen und Anzahl der Todesfälle im jeweiligen Land finden kann? Und Lockdowns nie vorher auch nur in Betracht gezogen wurden? Erst als China es so verlockend vorgemacht hat und Tedros mal gucken fuhr, kam die Idee auf.
Seit Sommer rät die WHO von Lockdowns als Mittel der Pandemiebekämpfung ab, weil sie kaum etwas bringen, aber zu gewissen Problemen mit Armut führen könnten. Eventuell. Wenn man Pech hat. Und zum Beispiel in Ländern ohne Sozialsystem wohnt. Oder hierzulande sein Restaurant nicht öffnen darf, während die Innenstadtmiete weiterläuft.

Ach ja, wie diese prognostizierte eine Million Tote zustande kamen, das hat ja letzten Sonntag die Welt veröffentlicht, nachdem sie sich den Mailwechsel zwischen Innenministerium und mit Prognosen beauftragten Forschern vom März juristisch erklagt hatten. Sehr spannend. Anscheinend BRAUCHTE das Innenministerium Gründe für harte Maßnahmen, wieso auch immer, und war sich nicht zu schade, WissenschaftlerInnen anzuschreiben und um gute Gründe dafür zu bitten. Und dann haben sie diesen Mailverkehr nicht gelöscht, ungeschickterweise, nachdem sie die Millionenprognose bekommen hatten, so dass man die Herausgabe gerichtlich erstreiten konnte, und die Welt-RedakteurInnen ihn lesen und drüber staunen konnten. Ich hab auch gestaunt. Vor allem darüber, dass die das nicht gelöscht haben.
Und darüber, dass es so verblüffend wenig Reaktion auf solche Erkenntnisse gibt. Das betrifft uns doch irgendwie – oder nicht?
Das spielt doch eine Rolle, ob das ein reelles Risiko war oder eine Gefälligkeitsbehauptung. Kommt mir jedenfalls so vor, aber ich kann mich irren…

Zurück zum PCR-Test. Noch eine sensationelle Veröffentlichung!
Der Artikel, in dem Christian Drosten et al. seinen maßgeschneiderten Test im letzten Jahr der Weltöffentlichkeit vorgestellt haben (zu einem Zeitpunkt, als er offiziell noch sagte: „Keine Sorge, das ist nur eine leichte Erkältung!“) ist innerhalb von vorher wie nachher nie erreichten 48 Stunden peer-reviewed (also von der Wissenschaftsgemeinschaft fachlich überprüft und für solide befunden) und veröffentlicht worden.
Eine Sensation, denn die (online-)Zeitschrift Euro-Surveillance, in der der Artikel erschien, braucht sonst eher ein halbes Jahr für so was. Man muss ja auch gründlich sein, wenn man die Arbeit von KollegInnen auf Herz und Nieren abklopft.
Aber hier: am 21.1.2020 eingereicht, am 22.1.20 genehmigt, am 23.1.20 veröffentlicht.
Und – zack! Sage noch mal jemand, Wissenschaftsjournale seien träge.
Laut Angaben von Eurosurveillance haben die sich so beeilt, weil ja Pandemie war. War es da bloß noch nicht, wie gesagt, das war in der „Leichte Erkältung“szeit.
Wo allerdings auch Herr Sahin, der vorausschauende Chef con BioNTech schon alle anderen Forschungslinien hatte fallen lassen, um den dringend benötigten Impfstoff zu entwickeln. Zu einem Zeitpunkt, wo die Todesrate selbst in China noch bei 0 lag. Manche Leute sind einfach unfassbar gut in Voraussagen und haben so was im Gefühl.

Zu der bemerkenswerten Schnelligkeit der fachlichen Überprüfung des Artikels durch Eurosurveillance mag beigetragen haben, dass Drosten selbst und seine Mitautorin Chantal Reusken zufällig auch zu den Herausgebern der Zeitschrift gehören. Was jetzt, sagen wir, ein bisschen unorthodox ist, wenn man überzeugend wissenschaftlich arbeiten will.
Das ist aber nur einer der Punkte, den 22 internationale WissenschaftlerInnen (mit Schwergewichten wie Dr. Mike Yeadon und Prof. Ulrike Kämmerer in ihren Reihen) an diesem Artikel kritisierten, als sie ihn doch mal gründlich unter die Lupe nahmen. Andere Punkte sind, dass er fachlich anscheinend extrem schlecht gemacht ist. Das kann ich nicht machprüfen. Sie listen aber drei kleine Mängel auf. Und sieben große. Und fordern die Rücknahme des Papers. (https://cormandrostenreview.com/report. Vielleicht versteht ja von euch jemand genug vom Inhalt).
Eurosurveillance findet das insgesamt unsinnig und äußert sich nicht zu einzelnen Kritikpunkten.

Frage: KANN es sein, dass wir uns für die Maßnahmen die ganze Zeit auf etwas stützen, das nicht ganz so solide ist, wie es sein sollte, um das zu rechtfertigen, was damit gemacht wird?
Der Test ist weder dafür gedacht noch geeignet, Krankenzahlen festzustellen, wird falsch angewendet oder wurde es zumindest bis zum 20. Januar 2021 (ohne Abgleich mit Symptomen oder Gegenprüfung und oft viel zu hohem ct-Wert / zu vielen Vervielfältigungszyklen), ist höchstwahrscheinlich vor der Veröffentlichung nicht von FachkollegInnen vernünftig überprüft worden und möglicherweise (laut den FachkollegInnen, die ihn jetzt überprüft HABEN) sehr schlampig gemacht. Ist aber die Begründung für alle Maßnahmen.
Hm. Scheint mir irgendwie komisch.

Aber immerhin, wir dürfen bald wieder zum Friseur. Dann wollen wir mal nicht so sein. Wird schon alles stimmen.

Heute bin ich zu keinem Beerdigungslied gekommen. Und geregnet hats auch noch!

Jetzt wünsche ich euch noch einen fröhlichen Karnevalsdienstag und einen beschwingten Einstieg in die – Faktenzeit, wollte ich schreiben. Nein, Fastenzeit natürlich.

Viele liebe Grüße und weiterhin fallende Koinzidenzwerte!
Julia


P.S.: Wer wieder einen spannenden neuen Daniele-Ganser-Vortrag sehen will, kann das hier. Ich schätze ihn sehr mit seiner Art, nicht zu behaupten: „Die haben Recht! Nee, die haben Recht!“, sondern die Argumente beider Seiten auf den Tisch zu legen und in seinem zauberhaften Schweizer Akzent zu sagen: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was da richtig ist. Da müssen Sie schon selber denken!“, und dabei eine Menge spannender Dinge aus verschiedenen Ecken der Welt zusammenzutragen und miteinander zu vergleichen.

Er hat den Vortrag vor einem Publikum von drei Leuten plus Kameramann gehalten, weil in der Schweiz maximal 5 Leute zusammentreffen dürfen (wegen der Inzidenzwerte…). Ich bin froh, dass er sich die Mühe gemacht hat.

Dr. Daniele Ganser: Corona und China: eine Diktatur als Vorbild?
https://www.youtube.com/watch?v=xcjMUVrsBVg&list=TLPQMTEwMjIwMjErCzFFRORoUw&index=

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